Sonderstellung Kunst

„Nun könnte man es für spießig halten, klare Grenzziehungen einhalten zu wollen. Für intolerant, Selfies partout nicht als künstlerische Bilder verstehen zu wollen. Doch ist die Existenz der Kunst abhängig von ihrer Sonderstellung. Nicht mal die Avantgardisten würden sich darüber freuen,  dass nun jedes Bild eines Jugendlichen als ein künstlerisches verhandelt wird, wenngleich sich in der Etikettierung eines Pissoirs als Kunst dieser Wunsch auszudrücken scheint. Wenn Kunst überall ist, gibt es sie nicht mehr. Wenn eine Sammlung vollständig ist, wird das Sammeln überflüssig.
Kunst lebt in diesem Sinne von einer Außenseiterrolle. Wenn man aber das Selfie zur Kunst erklärt, indem man es in einer Kunstausstellung zeigt, bedeutet dies, dass Albrecht Dürer im 15. Jahrhundert das gleiche machte wie ich heute: Bilder von sich selbst. Selbstverständlich darf man dann im Umkehrschluss die Frage stellen: Bin ich ein Künstler? Hatte Beuys recht?“ Annekathrin Kohout, Lasst endlich die Kunst in Ruhe!, 2015. Hier geht es zum vollständigen Text.

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