„Woraus besteht Komplizenschaft?“

fragt das Unbekannte mich auf den Kopf zu.
Mein Körper beginnt zu zittern. Das Kribbeln wird zum Puls. Erst leicht, dann beben meine Gliedmaßen unkontrolliert bis die Zellen meines Körpers schließlich in den leeren Raum fallen. 
Ein Sack sammelt mich ein. In der Finsternis vermischen sich meine Einzelteile. Doch etwas ist komisch! Ich bin nicht allein! Zwischen mir befinden sich Fremde. Ja, andere Körperteile und Zellstrukturen, Konglomerate verbinden sich zu organisierten Formen. „Was ist hier los?“ sind die ersten Worte einer mundähnlichen Öffnung, die sich eben in diesem Moment gefunden hat. 
Auch Ohren haben sich erfüllt. Ich höre es jetzt deutlich. Dieser Sack ist ein Müllsack und das Dröhnen des Müllautos kommt immer näher. Ich… also wir müssen hier raus! Die Koordination der Menge sich selbst unbekannter Körperteile ist noch reichlich experimentell. Nur durch starke Zuckungen sind wir in der Lage, Ideen in Bewegung um zu setzen. Doch gerade so lernen wir uns kennen und die Bewegungen werden fließender. 
Als wir in der Lage sind, den Sack aufzureißen, sitzen wir bereits im Müllauto. Es stinkt und wir beschließen uns, der Einfachheit halber, wieder als ICH zu bezeichnen.
 P1220918
[Text und Foto: Benjamin Hermsdorf]

Kommentar (1)

  1. No one can do it better than you.

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